Ehemaliger KU-Vizepräsident gestorben


 
Trauer um Prof. Dr. Heinz Hürten, den ehemaligen Vizepräsidenten der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.

(ir) Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) trauert um ihren ehemaligen Vizepräsidenten Prof. Dr. Heinz Hürten, der am 6. Januar im Alter von 89 Jahren verstorben ist. An der KU übernahm er 1977 noch zu Zeiten der Kirchlichen Gesamthochschule den Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte. Drei Jahre später wurde er erster Dekan der Geschichts- und Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät. Von 1982 an war Hürten bis zu seiner Emeritierung 1993 Vizepräsident der Universität.

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„Professor Heinz Hürten war eine prägende Persönlichkeit für die Katholische Universität – nicht nur in der Gründungsphase der KU. Auch in seinem Ruhestand verfolgte Hürten aufmerksam die Entwicklung der Universität und war in Fachkreisen weiterhin ein renommierter Ansprechpartner zur Geschichte von Kirche und Katholizismus in Deutschland“, würdigt KU-Präsidentin Prof. Dr. Gabriele Gien den Verstorbenen.

Nach dem Rücktritt des damaligen KU-Präsidenten Rudolf Mosis leitete Hürten zwischen 1983 und 1984 die Universität stellvertretend bis zur Wahl von Präsident Nikolaus Lobkowicz. Dieser sagte bei einem Festakt zu Hürtens 60. Geburtstag im Februar 1988: „Wenn mir Herr Hürten nicht zur Seite gestanden wäre, hätte ich vermutlich mein Amt nach kaum einem Jahr aufgegeben.“ Hürten habe das ihm zeitweise anvertraute Schiff unbeschädigt durch schwierige Zeiten gelotst und viele Spannungen innerhalb der Universität ausgeglichen.

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Als 1993 der damalige Eichstätter Bischof Dr. Karl Braun das Komturkreuz des päpstlichen Silvesterordens mit Stern an Professor Hürten für seine wissenschaftlichen Leistungen und sein Engagement für die Katholische Universität verlieh, würdigte er ihn als Persönlichkeit, die um die Autonomie der Universität gekämpft habe „aus der Überzeugung heraus, dass nur eine Universität, die ihre Eigenständigkeit als Hochschule wahrt, der Kirche wirklich dienen kann“. Dabei sei er ein sanfter Rebell von gleichzeitig uneingeschränkter Loyalität zur Kirche gewesen.

Der aus Düsseldorf stammende Hürten studierte Geschichte und katholische Religionslehre an der Universität Münster; dort promovierte er 1955. Anschließend war er unter anderem für das Bistum Münster in der Erwachsenenbildung sowie als stellvertretender Direktor der Sozialakademie tätig; zudem arbeitete er als Dozent für Geschichte an der Schule der Bundeswehr für Innere Führung in Koblenz. Nach seiner Habilitation erhielt er 1970 von der Universität Bonn die „venia legendi“ für das Fach Mittelalterliche und Neuere Geschichte. Von 1972 bis 1977 lehrte und forschte Hürten an der Universität Freiburg. Er wurde 1989 als international anerkannter Wissenschaftler mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.







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