Tag des offenen Denkmals


 
Heuer ist das Thema „Macht und Pracht“. Es werden Türen geöffnet, die sonst geschlossen bleiben.

(ir) Der Tag des offenen Denkmals ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days, die bereits 1991 vom Europarat ins Leben gerufen wurden. In Deutschland wurde der Tag des offenen Denkmals erstmals 1993 bundesweit begangen. Die Koordination liegt seitdem bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Jahr für Jahr nutzen europaweit rund 20 Millionen Menschen – davon allein rund 4,5 Millionen in Deutschland – die Gelegenheit, mehr als 30.000 Denkmäler zu besichtigen. Ziel des Tages des offenen Denkmals ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken. Der überwältigende Erfolg, den der Denkmaltag seit Anbeginn verzeichnet, ist vor allem auch den regionalen Organisatoren – in Ingolstadt ist dies das Stadtplanungsamt / Untere Denkmalschutzbehörde – und den vielen freiwilligen Helfern vor Ort sowie dem Engagement von privaten Eigentümern, Institutionen und Fachleuten zu verdanken.

Wenn im September historische Bauten und Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, ihre Türen öffnen, dann sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu Streifzügen in die Vergangenheit eingeladen. „Geschichte zum Anfassen“ – das bietet der Denkmaltag den Besuchern in wohl einmaliger Weise.

Das diesjährige Motto des Tages des offenen Denkmals „Macht und Pracht“ spiegelt sich in den mittelalterlichen Bauten und polygonalen Verteidigungsbauwerken der Stadt Ingolstadt durchaus wider. Um für sich selbst die Schönheit und Ästhetik dieser Gebäude zu erschließen, sollten zunächst die Ausführungsdetails der polygonalen Festungsanlagen aufmerksam betrachtet werden. Im Anschluss daran kann sich jeder nach Besichtigung der mittelalterlichen Stadtmauer am Oberen Graben 25 und des Kreuztors oder des barocken Wohn- und Geschäftshauses in der Schäffbräustraße 1 über die Widersprüchlichkeiten von Kriegsbauwerk und Baukunst bilden, da die Gebäude mit bemerkenswerten Baudetails ausgestattet sind.

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Für eine Besichtigung stehen außerdem das Kavalier Dallwigk, das nach langem Leerstand wieder einer Nutzung zugeführt wird, und das ehemalige Stadtbauernhaus Am Münzbergtor 17 sowie der Südturm des Liebfrauenmünsters offen.

Auch die Freimaurerloge in der Heydeckstraße 1 öffnet ihre Pforten und stellt sich den Fragen Interessierter.

Bei einer Führung entlang der polygonalen klassizistischen Festungsbauten werden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aufschlussreiche Erläuterungen gegeben.

Im Neuen Schloss, das nur zu den Führungen um 10:00 Uhr und um 14:00 Uhr geöffnet ist, werden in Räumen, die für anstehende Sanierungsmaßnahmen freigeräumt wurden, beispielhaft die Geschichte und der Zustand dieses prachtvollen gotischen Profanbaus nahegebracht.

Bei den archäologischen Grabungen an der Gießereihalle an der Esplanade wird erstmals ein Schwerpunkt auf die Dokumentation der Industriezeit aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gelegt. Die bislang gewonnenen Erkenntnisse stellt der Grabungsleiter in mehreren Führungen vor.

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Führungen zur Ausstellung „Wissen ist Macht“ im Deutschen Medizinhistorischen Museum sowie zur Ausstellung „Die Kunst des Bürgertums: Spitzweg und Historismus – Einblicke ins 19. Jahrhundert“ im Stadtmuseum bereichern das Programm des diesjährigen Tages des offenen Denkmals ebenso wie das im Stadtmuseum angebotene Kinderprogramm.

Bei den Führungen im Kavalier Dallwigk und im Kreuztor ist die Teilnehmerzahl aus Sicherheitsgründen und zu Gunsten einer besseren Verständlichkeit begrenzt. Eine vorherige Anmeldung ist nicht möglich.

Zu den Führungen im Stadtmuseum um 11:00 Uhr beziehungsweise um 15:00 Uhr, deren Teilnehmerzahl auf 25 Personen begrenzt ist, können sich Interessierte an der Museumskasse anmelden.

Die Möglichkeit des kostenfreien Besuchs weiterer Altstadtmuseen in denkmalgeschützten Gebäuden wie die Saalkirche Maria de Victoria und das Museum für Konkrete Kunst rundet das Programm ab.

Da die zu besichtigenden Objekte zum Teil unter schwierigen Bedingungen zugänglich sind beziehungsweise sich im Baustellenzustand befinden, wird festes Schuhwerk dringend empfohlen.







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