Viertes Abonnement-Konzert des GKO


 
Kontrabass-Virtuose Petru Iuga spielt als Solist.

(ir) Das vierte Abonnementkonzert des Georgischen Kammerorchesters Ingolstadt am Donnerstag, 12. April feiert ein beharrlich unterschätztes Instrument: den Kontrabass. Seine verblüffende Virtuosität und luzide Klangsinnlichkeit offenbart der rumänische Solist Petru Iuga. Mit Sebastian Tewinkel am Pult gestaltet er zwei Konzerte für Kontrabass, die zu den absoluten Höhepunkten dieser Gattung zählen: das in D-Dur Konzert von Johann Baptist Vanhal sowie das in h-Moll Konzert von Giovanni Bottesini. Eingerahmt wird diese Hommage an den Kontrabass von Joseph Haydns Sinfonien Nr. 26 d-Moll (Lamentatione) und Nr. 44 e-Moll.

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Das Konzert beginnt um 20:00 Uhr im Festsaal des Ingolstädter Stadttheaters. Um 19:10 Uhr gibt es eine Konzerteinführung. Eine öffentliche Generalprobe findet am Donnerstagvormittag um 10:00 Uhr statt.

Hector Berlioz beschrieb den Kontrabass in seiner „Instrumentationslehre“ als zuverlässigen Erzeuger düsterer Stimmungen, aber auch als das „Schwerfälligste aller Instrumente“. Indessen beweisen die Konzerte für Kontrabass von Johann Baptist Vanhal und Giovanni Bottesini, dass in ihm weitaus mehr Potentiale schlummern. Giovanni Bottesini (1821-1889) wurde als „Paganini des Kontrabasses“ verehrt, glänzte in seinem Spiel wie auch kompositorisch mit stupender Virtuosität. Mit seinem Konzert für Kontrabass in h-moll, dem zweiten von insgesamt vier Werken dieser Art, ergründete Bottesini auch die Welt des Belcanto, wenn der langsame Mittelsatz wie eine große romantische Opernarie anmutet. Der Böhme Johann Baptist Vanhal (1739-1813) wiederum schuf mit seinem Kontrabass-Konzert in D-Dur ein Meisterwerk der Klassik. Das zwischen 1786 und 1789 entstandene Werk ist das Einzige dieser Art des Komponisten; zudem ist von ihm nur eine Stimmenabschrift des berühmten Kontrabassisten Johannes Sperger überliefert. In seiner Motivik und manchen Wendungen erinnert es an Joseph Haydn (1732-1809). Zwei seiner Sinfonien bilden die Eckpfeiler des Programms. Die 1768 entstandene Sinfonie Nr. 26 d-Moll trägt den Beinamen „Lamentatione“ weil im ersten und zweiten Satz choralhafte Passionsmelodien verarbeitet sind. In der Sinfonie Nr. 44 e-Moll herrschen, ungeachtet der Beifügung „Trauer-Sinfonie“, eher Trotz und Düsterkeit vor.

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Petru Iuga war Mitglied des Ensemble Orchestral de Paris, Erster Kontrabassist im Münchner Kammerorchester und gastierte als Erster Kontrabassist mit dem London Symphony Orchestra. Seit 2010 hat er eine Professur an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Mannheim. Der Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe gewann unter anderem den Internationalen Kontrabass-Wettbewerb in Markneukirchen (1999) und in Capbreton (2001).

Sebastian Tewinkel ist bei Orchestern im In- und Ausland ein sehr geschätzter Gast, u.a. beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, den Münchner Philharmonikern, beim Festival Strings Lucerne oder dem Iceland Symphony Orchestra, und hat sich auch im Bereich Musiktheater einen Namen gemacht. Seit der Spielzeit 2015/16 ist er Generalmusikdirektor der Neubrandenburger Philharmonie. 2012 erhielt er den Echo Klassik für eine Sony/BR-Produktion mit Maximilian Hornung und den Bamberger Symphonikern.







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