Personeller Wechsel am Museum


 
Professor Alexander Nützel ist neuer wissenschaftlicher Leiter für das Jura-Museum Eichstätt.

(ir) In der Leitung des Jura-Museums in Eichstätt gibt es einen personellen Wechsel: Prof. Alexander Nützel, Oberkonservator an der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie sowie Professor für Paläontologie und Geologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München wird ab 1. September 2019 kommissarischer Leiter des Jura-Museums Eichstätt. Prof. Nützel übernimmt die wissenschaftliche Leitung der Einrichtung von der bisherigen Direktorin Martina Kölbl-Ebert, die künftig den Aufbaustab für das geplante Geoforum in München leitet.

Alexander Nützel ist studierter Geologe und Paläontologe. Nach wissenschaftlichen Stationen in Hamburg, Erlangen und Washington sowie Promotion und Habilitation wechselte er 2006 als Konservator zur Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie. Er forscht dort auf dem Gebiet der fossilen Weichtiere und betreut die umfangreiche Molluskensammlung. Seit 2013 lehrt er zudem an der Fakultät für Geowissenschaften der LMU. Die Leitung des Jura-Museums übernimmt Nützel vorübergehend – die Ausschreibung der Stelle wird in Kürze erfolgen. Ebenso wird derzeit ein Geschäftsführer oder eine Geschäftsführerin für das Museum gesucht.



Martina Kölbl-Ebert hatte das Jura-Museum seit 2003 geleitet. Nach wissenschaftlichen Stationen an der Universität Tübingen und am Geomar Forschungszentrum Kiel sowie einem Volontariat als Museumspädagogin am Museum für Naturkunde in Karlsruhe wurde die Paläntologin 1997 zunächst Konservatorin an der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie, ehe sie 2003 in Eichstätt die Nachfolgerin von Museumsgründer Dr. Günter Viohl wurde. 2017 habilitierte sich Kölbl-Ebert für Geschichte der Naturwissenschaft an der Universität Hamburg. Nun wird sie die Leitung des Aufbaustabes für das Geoforum der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen in München übernehmen. Im Rahmen eines kleinen Festaktes im Herbst soll die langjährige Leiterin des Jura-Museums offiziell verabschiedet werden. Wissenschaftsminister Bernd Sibler dankte Dr. Kölbl-Ebert für Ihre langjährige Arbeit: „Mehr als fünfzehn Jahre leitete Dr. Martina Kölbl-Ebert ein ganz besonderes Museum! Mit großem Engagement hat sie sich der Aufbewahrung, Pflege und Präsentation der beeindruckenden Exponate und bedeutenden Fossiliensammlung des Museums angenommen. Mit ihrem Museumskonzept erreichte sie ein breites Publikum und Schülerinnen und Schüler ebenso wie Forscherinnen und Forscher. Für ihre neue Aufgabe wünsche ich ihr viel Erfolg.“

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Im Jura-Museum sind insbesondere Fossilien der Solnhofener Plattenkalke zu sehen, die in den Steinbrüchen der Region zutage gefördert worden sind. Zu den eindrucksvollen Versteinerungen aus der Jura-Zeit vor 150 Millionen Jahren gehören das weltweit einzige Exemplar des Raubdinosauriers Juravenator und ein Original des berühmten Urvogels Archaeopteryx. Zum 1. Juli hat die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt die Trägerschaft für das Museum übernommen. Das Museum soll voraussichtlich Anfang des Jahres 2020 wiedereröffnet werden. Zuvor müssen noch infrastrukturelle und betriebsorganisatorische Voraussetzungen geschaffen werden. Geplant ist, dass das Museum und die Ausstellung in den kommenden Jahren neu konzipiert werden. Diese umfangreichen Maßnahmen stehen auch im Zusammenhang mit der geplanten Sanierung der Willibaldsburg.