Professorin verstorben



Kämpferisch und am christlichen Menschenbild orientiert: Trauer um Professorin Renate Oxenknecht-Witzsch.

(upd) Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) trauert um Professorin Dr. Renate Oxenknecht-Witzsch, die über knapp 30 Jahre hinweg als Professorin für Recht an der Fakultät für Soziale Arbeit gewirkt hat. Sie starb am Sonntag, 27. November 2022 im Alter von 69 Jahren.



Professorin Dr. Renate Oxenknecht-Witzsch war von 1991 bis 2020 Inhaberin der Professur für Recht an der Fakultät für Soziale Arbeit der KU. Über drei Jahrzehnte hat sie Generationen von Studierenden der Sozialen Arbeit an der KU in ihrer Ausbildung im Recht geprägt. Sie hat mit der Entwicklung und Pflege des Curriculums „Recht“ die Akzente gesetzt, die eine umfassende Ausbildung in den rechtlichen Grundlagen bis heute zum Alleinstellungsmerkmal des Eichstätter Studiengangs der Sozialen Arbeit in ganz Bayern machen. Ebenso prägend war sie auch in der Fakultät und in der Universität als Dekanin, Studiendekanin, Prodekanin, Mitglied des Akademischen Senats der KU und Mitglied des Fakultätsrats.



Dauerhaft mit der Fakultät für Soziale Arbeit der KU verbunden bleiben werden die Landmarken, die sie mit ihrem äußerst engagierten und erfolgreichen Einsatz über Jahrzehnte hinweg und weit über Eichstätt hinaus gesetzt hat: als Vorsitzende der BAGHR, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer des Rechts im Bereich Sozialwesen; als Leiterin der renommierten Eichstätter Fachtagung zum kirchlichen Arbeitsrecht; als Herausgeberin der Eichstätter Schriften zum kirchlichen Arbeitsrecht; als Begründerin und Herausgeberin der ZMV – Die Mitarbeitervertretung, Zeitschrift für die Praxis der Mitarbeitervertretung in den Einrichtungen der katholischen und evangelischen Kirche.



Fest verwurzelt in der praxisbezogenen Forschung und Lehre zeigen die Veröffentlichungen und Vorträge von Renate Oxenknecht-Witsch aber auch ihr Interesse an den großen Fragen der Gegenwart wie Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit. Wie in ihrer Lehre betonte sie in ihrer Abschiedsvorlesung im Juli 2019 nochmals die Schutzfunktion des Rechts und die elementare Bedeutung der Tätigkeit im sozialen Bereich für die Verwirklichung der Grundrechte im Alltag. Ihr stetes Anliegen, den Studierenden einen Bezug zur Verfassung zu vermitteln und die Verankerung der Sozialen Arbeit in den Prinzipien von Sozialstaat und Rechtsstaat darzulegen, hatte sie da schon längst erreicht: Die vielen Rückmeldungen der Absolventinnen und Absolventen zeigen eindrucksvoll, dass solide Kenntnisse des Rechts in ihrem Beruf unabdingbar sind. Renate Oxenknecht-Witzsch hat ihre Überzeugungen ohne Angst, kämpferisch, streitbar, aber immer konsequent orientiert an ihrem christlichen Menschenbild vertreten. Dabei hatte sie immer ein Herz für die Schwachen, die Unterprivilegierten und Ausgegrenzten in unserer Gesellschaft.



Prof. Dr. Renate Oxenknecht-Witzsch hat sich nicht nur durch ihre wissenschaftliche Arbeit in Forschung und Lehre, sondern vor allem auch durch ihre Menschlichkeit und Wertschätzung gegenüber ihren Studierenden und Partnern in der Hochschule und deren Umfeld ausgezeichnet. Die Universität wird ihr stets ein ehrendes Gedenken bewahren.

Das Foto zeigt Professorin Dr. Renate Oxenknecht-Witzsch bei ihrer Abschiedsvorlesung im Sommer 2019. Gerade die junge Generation brauche einen Bezug zur Verfassung und ein Bewusstsein dafür, betonte die Juristin in ihrer Rede. Zudem sei Soziale Arbeit verankert in den Prinzipien von Sozialstaat und Rechtsstaat.