Traumjob auf den zweiten Blick


 
Das Ingolstädter Klinikum bietet jungen Menschen Plätze für Bundesfreiwilligendienst.

(ir) Der Bundesfreiwilligendienst soll jungen Menschen nach dem Schulabschluss Zeit zur beruflichen Orientierung geben und die Möglichkeit bieten, neue Eindrücke und Lebenserfahrung zu sammeln. Für zwei junge Bundesfreiwillige im Klinikum Ingolstadt wurden diese Ziele voll erfüllt, auch wenn sie dafür zweimal hinschauen mussten.

Sophie ist 18 Jahre alt, Jonas 19. Beide haben ihre Schulausbildung vergangenes Jahr erfolgreich beendet. Sophie ihren Realschulabschluss, Jonas sein Fachabitur mit dem Schwerpunkt Wirtschaft. Und dann standen die Absolventen vor der Frage: Was jetzt? Was will ich mit meinem Leben anstellen? Welchen beruflichen Weg will ich einschlagen? „Ich wollte nach dem Fachabi nicht gleich wieder lernen und lieber erst einmal Geld verdienen. Ich wusste auch nicht, was ich studieren hätte wollen“, schildert Jonas seine Situation vergangenen Herbst: „Ich hatte Praktika in unterschiedlichen Bereichen absolviert, im wirtschaftlichen und sozialen Bereich – auch im Klinikum.“ Sophie trieb es nach dem Schulabschluss ähnlich um: „Ich wusste auch nicht genau, was ich werden wollte. Was mir gefällt und liegt. Ja, auch ich habe schon einmal ein einwöchiges Praktikum im Klinikum gemacht.“



In dieser Situation haben sich Sophie und Jonas im Oktober 2018 für einen einjährigen Bundesfreiwilligendienst im Klinikum entschieden. „Ich habe beim Zahnarzt in einer Zeitschrift geblättert und bin über die Geschichte von Florian und Daniela, Bundesfreiwillige (kurz Bufdis) im Klinikum im vergangenen Jahr, gestoßen. Das hat mich motiviert, mich ebenfalls zu bewerben“, erzählt der junge Mann. Sophie wurde über die Mutter ihres Freundes auf die Stelle aufmerksam und hat beschlossen, sich die Arbeit als Gesundheits- und Krankenpfleger noch einmal über einen längeren Zeitraum anzuschauen. „Nach dem Praktikum war ich überzeugt, dass eine Arbeit im Krankenhaus nicht das Richtige für mich ist. Erst jetzt während der Bufdi-Zeit habe ich gemerkt, was für ein toller Beruf auf mich wartet“, erzählt die zierliche junge Frau: „Eine Woche war wohl einfach zu kurz, um alle Facetten des Berufs kennenzulernen.“

Und heute gut sechs Monate später: Jonas ist fest entschlossen Physiotherapeut zu werden. „Die Bewerbungen sind schon raus“, grinst der 19-Jährige. Auch wenn der Berufswunsch zu Beginn des Bufdi-Jahres noch nicht feststand, hat sich Jonas ganz bewusst den Bereich Frühreha/Akutgeriatrie für seinen Einsatz ausgewählt. „Ich unterstütze die Pflegekräfte dabei, die Patienten zu versorgen, zu waschen und Essen auszugeben“, schildert der junge Mann seine Aufgaben und fügt schmunzelnd hinzu: „Klar schiele ich ab und an rüber und gucke, was die Physiotherapeuten gerade machen.“ Sophie ist schon einen Schritt weiter. Sie hat bereits eine Zusage für eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin im Klinikum. „Im Herbst geht die Ausbildung los“, freut sie sich. Bis dahin unterstützt sie als Bufdi die Pflegekräfte auf der Station für Septische Chirurgie und Infektiologie. „Ich helfe zum Beispiel den Fachkräften beim Wechseln von Verbänden. Auch den sicheren Umgang mit Infektionskrankheiten und die Versorgung der Patienten habe ich gelernt“, schildert Sophie ihren Alltag im Klinikum. „Das Schönste an unserem Job ist der Umgang mit den Patienten“, da sind sich die beiden Bufdis einig. „Sich mit älteren Menschen unterhalten und gut verstehen, ist eine tolle Erfahrung für das Leben“, erzählt Jonas und für Sophie ist das „Dankeschön und das Lächeln“ ihrer Patienten täglicher Ansporn.

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„Wenn aus Bufdis Kollegen werden, dann ist das natürlich fantastisch. Beide Seiten, zukünftiger Arbeitgeber und Auszubildender, können sich über ein Jahr lang kennenlernen. Wir freuen uns, wenn wir nicht nur für den Pflegeberuf begeistern können, sondern junge Menschen am Klinikum bleiben“, freut sich Markus Kugler, Betreuer der Bundesfreiwilligen im Klinikum und Pflegedienstleiter für den Bereich Psychiatrie. Freude mit Menschen zu arbeiten, Empathie und Teamgeist sind Voraussetzungen, wenn man im Klinikum als Bufdi arbeiten möchte. Frauen und Männer jeden Alters (einzige Bedingung: Vollzeitschulpflicht erfüllt) können sich zwischen sechs und zwölf Monaten engagieren. Für Freiwillige, die älter als 27 Jahre sind, kann auch eine Teilzeittätigkeit mit mindestens 20 Wochenstunden angeboten werden. Generell ist ein Einstieg monatlich möglich, auch wenn der überwiegende Teil der Bufdis von August bis Oktober anfängt. „Wir bieten Plätze nicht nur in der Pflege an, sondern auch in den Bereichen Therapie, Technik und im hausinternen Patientenbegleitdienst“, erklärt Werner Büchl, Ansprechpartner aus der Personalabteilung. Bufdis erhalten neben dem Taschengeld im Klinikum Ingolstadt auch ein Verpflegungsgeld und einen Mietkostenzuschuss (insgesamt ca. 620 Euro).

Wer jetzt Lust auf den Bundesfreiwilligendienst bekommen hat, kann sich bei Werner Büchl unter der Telefonnummer (08 41) 8 80-11 56 oder per E-Mail an werner.buechl@klinikum-ingolstadt.de jederzeit informieren und bewerben.

Das Foto zeigt Sophie und Jonas, zwei von derzeit 36 Bundesfreiwilligen im Klinikum Ingolstadt. Interessierte können sich jetzt wieder für einen Einstieg bewerben.