25. Weltwassertag am 22. März


 
Der Weltwassertag, der anlässlich der Weltkonferenz „Umwelt und Entwicklung“ ins Leben gerufen wurde, jährt sich heuer zum 25. Mal. 

(ir) Das Motto in diesem Jahr lautet „Naturbasierte Lösungen für Wasser“, was bedeutet, die natürlichen Potenziale unserer Ökosysteme als nutzende Lösungen in unser Wassermanagement einzubinden.

Wasser gibt es genügend auf der Welt, wenn wir es auf das Gesamtvorkommen von zwei Drittel der gesamten Erdoberfläche beziehen. Dies ist immerhin eine geschätzte Gesamtmenge von zirka 1,4 Milliarden Kubikkilometer Wasserressource. Jedoch stehen davon nur 2,5 Prozent als Süßwasser - und davon gerade einmal ein Drittel als Grundwasser, Seen und Flüsse zur Trinkwassernutzung, zur Verfügung.

„In Bayern wird Trinkwasser hauptsächlich - im Landkreis Pfaffenhofen ausschließlich - aus Grundwasser gewonnen, das uns in ausreichender Menge zur Verfügung steht“, so Cornelia Teubner, Hygienekontrolleurin am Gesundheitsamt Pfaffenhofen. Die natürliche Neubildung von Grundwasser ist Teil des globalen Wasserkreislaufs, in dem – ganz kurz gefasst – Regenwasser, das nicht verdunstet oder auf der Erdoberfläche in den nächsten Bach oder Fluss abfließt, in die Erde versickert. Wenn wir es, gefiltert durch die verschiedenen Bodenschichten, nicht zum Beispiel über Brunnen als Trink- oder Nichttrinkwasser entnehmen, fließt es über ein Flussbett zurück in den Fluss und von dort ins Meer, wo es dem Wasserkreislauf wieder zugeführt wird.

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Nach Zahlen des Bayerischen Landesamts für Umwelt nutzt jeder Deutsche gut 120 Liter Wasser pro Tag; in Bayern liegt man mit zirka 130 Litern sogar knapp darüber. Hinzu kommt noch der sogenannte versteckte Wasserverbrauch, der für die Herstellung all unserer Konsumgüter verwendet wird. Cornelia Teubner: „Das klingt ziemlich viel, jedoch gehört Deutschland in der EU zu den sparsamsten Wasserverbrauchern.“

Wenn man die zunehmenden Überschwemmungen der letzten Jahre betrachtet, könnte man meinen, dass uns zumindest in Bayern genügend Wasser zur Verfügung steht. Allerdings genügt Oberflächenwasser nicht den hohen hygienischen Anforderungen an Trinkwasser, sondern es müsste erst aufwendig aufbereitet - also gereinigt werden. Dies erfordert einen hohen technischen Aufwand und viel Energie, was wiederum zu erhöhtem CO2-Ausstoß führen würde. Und es gibt natürlich nicht nur die Regenzeiten, sondern auch Wochen der Trockenheit, die es zu überbrücken beziehungsweise auszugleichen gilt.

Betrachtet man nun noch die vielseitige Verwendung von Wasser, ist es nicht schwer zu erkennen, dass es zu unzähligen schadstoffhaltigen Einträgen in unser Wasser und Grundwasser kommen kann. Diese gelangen neben der Luftverschmutzung, die sich als saurer Regen niederschlägt, auch über die Landwirtschaft, durch Altlasten, die Abfall- und Abwasserbeseitigung und nicht zuletzt die privaten Haushalte in unser Wasser; auch unser Grundwasser.

„Grundwasser hat hinsichtlich dieser Schadstoffe ein langes Gedächtnis, da es eine viel geringere Selbstreinigungskraft als zum Beispiel Oberflächenwasser besitzt und die Beseitigung der Verschmutzungen oft Jahrzehnte dauern kann“, so die Wasserexpertin. So ist zum Beispiel das Pflanzenschutzmittel Atrazin seit dem 1. März 1991 in Deutschland verboten und dennoch, nach 27 Jahren, noch immer in unserem Grundwasser nachweisbar.

Um die Wasserressourcen zu schützen gilt es, den Eingriff des Menschen so gering wie möglich zu halten, also beispielsweise auch eine Übernutzung zu vermeiden. Jede Entnahme von Wasser, egal in welcher Form, hat Auswirkungen auf die Natur. Cornelia Teubner: „Wenn wir also in den Wasserkreislauf eingreifen, müssen Wege geschaffen werden, diesen wieder entsprechend auszugleichen, um negativen Folgen entgegenzuwirken.“ Alle lebenserhaltenden Abläufe sind mit Wasser verbunden; ob als essentielles Lebensmittel, als Lebensraum für Pflanzen und Tiere, als Energielieferant, als Grundstoff für Industrie, Handwerk, Gewerbe und den Haushalt, zur Bewässerung oder als Erholungsraum.

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Im Rahmen der Daseinsvorsorge ist es kommunale Pflichtaufgabe, für die Wasserversorgung – vorrangig aus ortsnahen Wasservorkommen - zu sorgen. Dazu gehört natürlich auch der Grundwasserschutz. Neben der vorausschauenden Bauweise der Brunnen, um zum Beispiel das Wasserreservoirs „Tiefengrundwasser“ für künftige Generationen zu erhalten, gehört auch die Ausweisung von Wasserschutzgebieten und deren Überwachung zum Schutz der Wassergewinnungsanlagen dazu. Mindestens genauso wichtig ist die verantwortungsbewusste, weitsichtige Bauleitplanung. Durch die Ausweisung immer neuer Baugebiete kommt es, vor allem im ländlichen Bereich, zu einer zunehmenden Flächenversiegelung. Hier gilt es, überlegt zu planen und ggf. für sinnvollen Ausgleich zu sorgen; etwa durch die Förderung dezentraler Versickerungsanlagen, um die Auffüllung der Grundwasserspeicher auch in Trockenphasen zu unterstützen. Die gestiegene Zahl der Hochwasserschäden ist nicht darauf zurückzuführen, dass die Zahl der Hochwasserereignisse drastisch gestiegen ist, sondern zeigt letztlich, dass in den ehemals natürlichen Überschwemmungsgebieten immer mehr Menschen, Industrie- beziehungsweise Gewerbegebiete angesiedelt und die Auswirkungen dann nicht nur innerhalb, sondern vor allem auch außerhalb dieser Gebiete spürbar werden.

Auch die Pflege des Rohrleitungsnetzes von Trink- und Abwasser, um zum Beispiel hohe Wasserverluste durch marode Trinkwasserleitungen beziehungsweise Schadstoffeinträge durch defekte Abwasserleitungen zu minimieren oder bei Sanierungen und Neubau von Trinkwasserleitungen das veränderte Nutzverhalten der Bevölkerung in die Dimensionierung einzuplanen, sind Bestandteil des Schutzes der Ressource Wasser. Auch die natürliche Aufbereitung, Speicherung und Nutzung von Regen- oder Grauwasser, zur Wiederverwendung aufbereitetes, fäkalienfreies, gering verschmutztes Abwasser, das beim Duschen, Baden oder Händewaschen anfällt, gehört dazu. Sowohl in privaten Haushalten, als auch in Industrie- und Gewerbe, wurden in den vergangenen Jahren die technischen, aber auch natürlichen Möglichkeiten der Grau- und Regenwasseraufbereitung soweit verbessert, dass sie durch Einhaltung der hygienischen Anforderungen, eine weitere Verwendung erlauben und die Nutzung von Frischwasser deutlich reduziert werden kann. Die Nutzung als Betriebswasser für die Industrie, für Bewässerungsanlagen von Grünflächen, zur Löschwasserbereitstellung, aber auch die Nutzung im häuslichen Bereich für die Toilettenspülung oder Gartenbewässerung, sind dabei nur einige Beispiele.

Wasser ist die Grundlage unseres Lebens und spielt in seiner Funktion innerhalb der Ökosysteme eine bedeutende Rolle. Sein Schutz, seine Erhaltung, Wiederherstellung und nachhaltige Nutzung gehören somit unausweichlich zu Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel dazu, zu dem jeder einzelne Bürger seinen Beitrag leisten kann und sollte.