Am Verstärkter Kampf gegen den Hausärztemangel


 
In enger Zusammenarbeit mit Niedergelassenen bildet die Ilmtalklinik Allgemeinmediziner aus.

(ir) Die hausärztliche Versorgung der Region 10, zu der auch der Landkreis Pfaffenhofen mit den beiden Häusern der Ilmtalkliniken gehört, gilt als kritisch: Viele Allgemeinarztsitze sind laut Ilmtalklinik unbesetzt, bei einem hohen Durchschnittsalter der Hausärzte sei in den nächsten Jahren mit einer deutlichen Unterversorgung zu rechnen. Die Kooperation zwischen Klinik, Hausärzten und Politik soll nun verstärkt werden. Die Ilmtalkliniken setzt sich in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten, unter der Regie der Koordinierungsstelle Allgemeinmedizin (KoStA) dafür ein, dass diese Versorgungslücke geschlossen werden kann. KoStA ist ein gemeinsames Projekt der Bayerischen Landesärztekammer, der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern und dem Bayerischen Hausärzteverband, um die Ausbildung von Allgemeinmedizinern zu fördern und zu koordinieren. Um die verschiedenen Abschnitte der allgemeinmedizinischen Weiterbildung aus einer Hand anzubieten und die Weiterbildung zum Allgemeinmediziner damit attraktiver zu machen, schließen sich Kliniken und niedergelassene Fachärzte für Allgemeinmedizin sowie andere zur Weiterbildung befugte Fachärzte einer Region zu einem regionalen Weiterbildungsverbund unter der Regie der Koordinierungsstelle zusammen.



„Der demographische Wandel im Allgemeinen und der Ärztemangel ganz im Speziellen macht auch vor unserer Region keinen Halt. Diese Herausforderung beschäftigt nicht nur die Politik sondern auch uns als Klinik und die Ärzte der Umgebung“, erklärt Dr. Hansjörg Aust, Ärztlicher Direktor der Ilmtalkliniken. Nachdem bereits 2018 ein 1. Treffen der Beteiligten und Interessenten stattgefunden hat, wurde auch dieses Jahr eine Sitzung abgehalten, zu der nun auch alle interessierten Hausärzte des örtlichen Kreisverbandes eingeladen wurden und zahlreich erschienen.

„Erfreulicherweise konnten sich nicht nur weitere Beteiligte, die ja das gleiche Interessen haben, kennenlernen, es wurden auch konkrete Maßnahmen erarbeitet, welche die Klinik und die Hausärzte nun umsetzen werden, etwa ein deutlich stärkeres Bewerben der Region für junge Ärzte“, so Aust weiter. Da der Ärztemangel keine regionalen Grenzen kennt und die Ilmtalklinik die allgemeinmedizinische Ausbildungen an beiden Standorten (Pfaffenhofen und Mainburg) betreibt, war auch ein Vertreter der niedergelassenen Kollegen aus dem Landkreis Kelheim anwesend. Klar wurde schnell, dass die Ärzte politische Unterstützung brauchen, wofür gegenüber der Kommunalpolitik konkrete Vorschläge erarbeitet wurden, unterstützend tätig zu werden.

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„Hausärzte werden und müssen in Zukunft eine größere Rolle in der wohnortnahmen Versorgung einer älter werdenden Versorgung spielen. Der Beruf des Hausarztes ist dabei sehr interessant und abwechslungsreich“, so Dr. Lorenz Eberle, der hausärztliche Ansprechpartner des Programms für den Landkreis Pfaffenhofen ist und sich als „Hausarzt aus Leidenschaft“ bezeichnet.

„Neben der finanziellen Förderung von Weiterbildungsstellen in Praxen und Krankenhäuser sind bessere Weiterbildungsstrukturen das A und O. Im Kampf gegen den Ärztemangel ist aber auch die Politik gefordert. Es müsse definitiv eine „Landarztquote“ eingeführt werden. Wichtig wäre auch eine attraktive Präsentation des Landkreises nach außen, um junge Mediziner anzulocken.“ erklärt Dr. Michael Waller als Vorsitzender des ärztlichen Kreisverbandes Pfaffenhofen.

Die Ausbildung zum Allgemeinmediziner dauert insgesamt fünf Jahre und beinhaltet sowohl einen klinischen als auch einen hausärztlichen Teil. Die Ilmtalklinik stellt bis zu sechs Stellen für die Weiterbildung zum Allgemeinarzt zur Verfügung, viele niedergelassene Ärzte aus Pfaffenhofen und Umgebung haben sich zur Ausbildung bereit erklärt.