Mit „Strahlen-Messer“: Punktgenaue Behandlung bei Kopf-Tumoren



Die DAK-Gesundheit übernimmt neues Verfahren am Klinikum rechts der Isar.

(ir) Das Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München setzt ein neues System zur radiochirurgischen Behandlung von Kopf-Tumoren ein: Das Gamma Knife. Durch hochpräzise Bestrahlungsgeräte können Tumore und Metastasen gezielt bestrahlt und zerstört und umliegendes gesundes Gewebe geschont werden. Die ambulante Behandlung ist grundsätzlich keine Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung. Als erste gesetzliche Kasse in Bayern übernimmt die DAK-Gesundheit seit Sommer 2020 die ambulante Versorgung im Klinikum mit dem Gamma Knife. Betroffene im Freistaat mussten dafür bislang bis nach Nordrhein-Westfalen oder Niedersachsen reisen.



Die Radiochirurgie mit dem Gamma Knife gilt als Goldstandard in der strahlentherapeutischen Behandlung im Gehirn. Sophie Schwab, Leiterin der Landesvertretung der DAK-Gesundheit in Bayern, sagt: „Uns ist wichtig, unseren Kunden neue Verfahren zugänglich zu machen, wenn sie ihnen so deutliche Vorteile bieten. Wir haben bereits Verträge mit Zentren in Krefeld und Hannover. Durch die neue Kooperation mit dem Universitätsklinikum rechts der Isar können wir den schwer kranken Betroffenen im Freistaat nun auch eine weite Anreise ersparen.“



Univ.-Prof. Stephanie Combs, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Radioonkologie und Strahlentherapie am Klinikum rechts der Isar, erklärt: „Mit dem Gerät können wir in vielen Fällen eine Ganzhirnbestrahlung vermeiden, auch wenn mehrere Metastasen vorliegen. Dadurch werden die bisherigen Therapiemöglichkeiten deutlich erweitert. Die Erfolgsrate einer Bestrahlung liegt bei mehr als 90 Prozent. Darüber hinaus können wir eine ganze Reihe von gutartigen und bösartigen Tumoren im Gehirn und an der Schädelbasis ambulant, hocheffektiv und mit unschlagbarer Präzision behandeln.”



Das Gamma Knife ermöglicht eine hochpräzise Strahlenanwendung zur Behandlung von Tumoren, Metastasen und Gefäß-Missbildungen. Diese radiochirurgische Behandlung kann eine Alternative zu einem offenen chirurgischen Eingriff sein. Sie ist besonders wichtig, wenn eine Operation mit dem Skalpell zu große Risiken bergen würde. So lassen sich selbst Tumore an der Schädelbasis behandeln, die um empfindliche Gefäße und Nerven gewachsen sind. Wichtig ist die interdisziplinäre Abstimmung, die im Neuroonkologischen Zentrum am Klinikum rechts der Isar für jeden einzelnen Patienten erfolgt. Eine Gamma Knife-Behandlung wird in der Regel ambulant durchgeführt. Sie ist schmerzfrei, lautlos und dauert je nach Anwendung zwischen 30 und 120 Minuten. Die Patienten können bereits nach ein bis zwei Tagen wieder arbeiten und sogar Sport treiben. Eine Reha ist nicht erforderlich.

Quelle: Pressemitteilung DAK/