Ausstellungsreihe KunstStücke


 
Bodo Rott: „rückwärts zu fließen scheinet der strom“.

(ir) Nach zehn Jahren Pause zeigt der in Berlin lebende Maler Bodo Rott vom 20. Januar bis 5. Februar eine Einzelausstellung in seiner Heimatstadt. Die Ausstellung wird gezeigt in der Harderbastei, Oberer Graben 55. Sie umfasst Malerei, Zeichnung und Druckgrafik. Zu sehen ist ein Querschnitt durch mehrere Werkgruppen mit dem Schwerpunkt auf Arbeiten aus den letzten zwei Jahren.
Ausstellungseröffnung ist am Freitag, 19. Januar um 19:00 Uhr mit einer Einführung von Isabella Kreim.

Rotts Bilder sind bevölkert von Nichtkinderkindern wie sie der Künstler selbst nennt. „Kindliche Schauspieler geben uns das Stück: Wie Ihr lebt.“ (Andreas Strobl).

Die seit 2015 entstehende Serie Hortus Convulsus feiert in Ölgemälden den Wildwuchs und versetzt das Sehen in Schwingung zwischen grafischem Lineament, Dingbeschreibung und gestalterischem Allover.

Seit einem Stipendienaufenthalt in Ahrenshoop im Frühjahr 2017 entstehen mehrfarbige Monotypien - eine spezielle Form der Handzeichnung. Bodo Rott bringt diese Technik zu einer neuen Präsenz, indem die ungewöhnlich großformatigen Arbeiten neben ihrer Formsicherheit dadurch auffallen, dass sie alle Register des Malerischen ziehen. Ihre Gleichzeitigkeit aus Zufall und Kalkül, aus Material und Mimesis zieht den, der sich darauf einlässt, in seinen Bann.

Bis 11. Februar ist eine Auswahl auch in der Schau Bodo Rott bubblestereo im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst, Frankfurt/Oder zu sehen.

Rotts bildnerischer Prozess verwandelt in beiden Serien „die Welt des Greifbaren“ in ein Netzwerk aus Liniengefügen, in dem sich das Betrachterauge verheddert.

Was sich dabei dem ersten Blick als expressives Kürzel verweigert, enthüllt sich dem zweiten als präzise umrissene Dinglichkeit im Zustand der Kompression.

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„Die farbige Kraft der Linien erfreut das Auge, das Dickicht der Dinge hält den Geist auf Trab.“ (T. B. Mattix-Thomas).

Mit dem Titel „rückwärts zu fließen scheinet der strom“ spielt Bodo Rott an auf sein künstlerisches Verfahren, das nur scheinbar in die Vergangenheit schaut, aber auch auf den Eindruck von scheinbarer Wiederkehr, der alle anspringt, die im Leben die Seite gewechselt haben, von der Tochter zur Mutter, vom Sohn zum Vater.

Und nicht zuletzt ist es eine Anspielung auf eine Zeile aus dem Gedicht Der Ister von Friedrich Höderlin und damit auf den Ort der Ausstellung, denn der Ister ist der antike Name für die Donau.

Zu Bodo Rott:
1971: geboren in Ingolstadt
1992: Studium an der Akademie der bildenden Künste Nürnberg
1996: Wechsel an die Hochschule der Künste, Berlin
1999: Ernennung zum Meisterschüler

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Ausstellungen (Auswahl)
2018: Skizzenbuchgeschichte(n), Pinakothek der Moderne, München
2017: bubblestereo, Brandenburgisches Landesmuseum moderner Kunst, Frankfurt/Oder (EA)
2016: nah und fern (mit W. Tafelmeier), Schalterhalle, Starnberg
2015: Unreine Reime, galerie 13, Freising/ Kunstverein Erlangen (EA)
2012: Der Mensch Der Fluss, Galerie der Nationalakademie, Sophia, Bulgarien
2011: Malereigegenmalerei, Galerie im Saalbau, Berlin (EA)
Rund gemalt und bunt gehauen (mit Y. Sasmazer), Kunstverein Wasserburg / Inn
2010: Unreine Schwebung, Kunstverein Landshut / Fondazione Konrad Adenauer, Rom (EA)

Preise/Stipendien
2017: Arbeitsaufenthalt Künstlerhaus Lukas, Ahrenshoop
2013: Artist in residence, Lithografie-Werkstatt Eichstätt
2012: Artist in residence, Litografiska Akademin, Tidaholm, Schweden
2010: Lithographie-Stipendium des Münchner Künstlerhauses
2001-2003: Atelierstipendium der Karl Hofer Gesellschaft, Berlin
2000-2001: Stipendium der Konrad Adenauerstiftung aus dem Else Heiliger Fonds

Öffnungszeiten der Städtischen Galerie in der Harderbastei: 20. Januar bis 5. Februar donnerstags bis sonntags von 11:00 bis 18:00 Uhr

Zur Ausstellungseröffnung wird die Publikation Bodo Rott Monotypien aufgelegt.