Intubationsbesteck bei Diphtherie



Das Intubationsbesteck rettete vielen Kindern das Leben.

(ir) In der Mittagsvisite des Deutschen Medizinhistorischen Museums am Dienstag, 15. September 2020 um 12:30 Uhr stellt Alois Unterkircher ein Instrumentarium vor, das einst unzähligen Kindern das Leben rettete: ein Intubationsbesteck, das meist bei schweren Fällen von Diphtherie zum Einsatz kam.



Diese bakterielle Infektionskrankheit war früher bei Kindern weit verbreitet. Sie führt zu schweren Entzündungen im Bereich der oberen Luftwege. Typisch sind fest anhaftende Beläge auf der Schleimhaut, weshalb diese Krankheit auch „häutige Bräune“ genannt wurde. Oft war ein qualvoller Erstickungstod die Folge. Das von einem US-amerikanischen Arzt entwickelte Intubationsbesteck ersetzte den Luftröhrenschnitt, die sogenannte Tracheotomie.



Unterkircher erläutert nicht nur die Geschichte hinter diesem Besteck. Er beleuchtet auch Emil von Behring und das von ihm um 1900 entwickelte Heilserum gegen die Diphtherie. Mit diesem Mittel verlor die Krankheit ihren Schrecken. Behring wurde zum „Retter der Kinder“ stilisiert.



Die halbstündige Mittagsvisite findet im Seminarraum „Christa Habrich“ statt. Der Eintritt ist frei. Aufgrund der aktuellen Beschränkungen ist die Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung an der Museumskasse unter der Telefonnummer (08 41) 3 05-28 60 und per E-Mail an dmm-kasse@ingolstadt.de, möglich.



Im Museum muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden – auch während der Veranstaltung. Bei entsprechender Nachfrage wird die Mittagsvisite um 13:30 Uhr wiederholt.