Mittagsvisite im Stadtmuseum zum Thema „Staublunge“



Am Dienstag, 11. Februar 2020 um 12:30 Uhr ist die Mittagsvisite des Deutschen Medizinhistorischen Museums zu Gast in der Ausstellung „Schwarze Kunst in Ingolstadt. 110 Jahre Gießereigeschichte“ im Stadtmuseum. 

(ir) Die Arbeit in einer Gießerei war körperlich sehr anstrengend. Unter den schweren Gewichten litten Gelenke und Wirbelsäule, die Hitze belastete den Kreislauf und der Formsand konnte schwere Lungenschäden hervorrufen, die Silikose (Quarzstaublunge). Dies ist eine Krankheit aus dem Formenkreis der Pneumokoniosen (Staublungenkrankheiten), die zu einer Fibrose mit Verdickung der Lungenbläschenwände und dadurch zu einer Verschlechterung der Sauerstoffaufnahme führen.



In der Sonderausstellung wird auf diese Zusammenhänge durch zwei Objekte hingewiesen: ein Lungenpräparat aus der Pathologischen Sammlung Schwabing und ein Gemälde, das einen kranken Mann mit den Symptomen einer Fibrose zeigt. Da der Maler aus der Düsseldorfer Schule stammt, dürfte es sich bei dem Dargestellten um einen Bergarbeiter gehandelt haben. Auch in dieser Berufsgruppe war das Krankheitsbild der Silikose früher verbreitet.

Bei dieser Mittagsvisite begrüßt Professorin Marion Ruisinger den Pathologen Professor Klaus Remberger (ehem. Universität des Saarlandes), in dessen Arbeitszimmer das Gemälde lange hing. Gemeinsam erklären sie die Objekte und das dahinterstehende Krankheitsbild sowie den Begriff der Pneumokoniose, der einst Gegenstand einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung zwischen Rudolf Virchow und seinem Erlanger Kollegen Friedrich Albert von Zenker gewesen ist.



Bitte beachten: Der Einlass erfolgt ausnahmsweise nicht über den Museumseingang im Südflügel, sondern durch das Tor im Nordflügel des Stadtmuseums. Dort ist ein ebenerdiger Zugang zur Sonderausstellung möglich. Dauer wie immer 30 Minuten. Der Eintritt ist frei.