radikal analog


 
Eröffnung der neuen Sonderausstellung im Deutschen Medizinhistorischen Museum.

(ir) Am Mittwoch, 17. Oktober 2018 um 19:00 Uhr wird im Deutschen Medizinhistorischen Museum eine neue Sonderausstellung eröffnet. Unter dem Titel „radikal analog“ ist hier zum ersten Mal die gesamte Gemäldesammlung des Museums zu sehen. Die Begrüßung spricht Kulturreferent Gabriel Engert. Anschließend führen die Museumsdirektorinnen Prof. Marion Ruisinger vom Deutschen Medizinhistorischen Museum und Simone Schimpf vom Museum für Konkrete Kunst im Dialog zwischen Medizin- und Kunstgeschichte in die Ausstellung ein.

Der Cellist Surab Shamugia vom georgischen Kammerorchester begleitet die Eröffnung mit Musikstücken, die den großen zeitlichen Bogen der Sammlung zum Klingen bringen.



„Wir haben rund 130 Bilder“, erzählt Ruisinger. „Um die alle an die Wand hängen zu können, haben wir es gemacht wie im Depot: Gitter an die Wand und die Gemälde dicht an dicht an die Gitter.“ Auf diese Weise lassen sich alle Gemälde gleichzeitig in den Blick nehmen und es bleibt im Ausstellungraum genug Platz für Veranstaltungen, Workshops und Diskussionsrunden. Dieser Austausch zwischen und über die Bilder ist Ruisinger besonders wichtig. „Wir bieten ein dichtes Begleitprogramm, aber wir verzichten auf digitale Vermittlungsmöglichkeiten – ‚radikal analog‘ eben.“

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So versteht sich die neue Ausstellung als eine Rückbesinnung auf alte Kulturtechniken: das genaue Hinsehen, das Sich-Versenken in ein Gemälde, das Herauslesen einer Geschichte, die sich beliebig weiterspinnen lässt. Die Gemälde stammen aus fünf Jahrhunderten, und ihre Motive sind überaus vielfältig, von Arztporträts zu Operationsszenen, von Heiligenbildern zu Schädelstillleben, ja sogar ein Blutselbstdruck ist darunter. „Diese Bilder lassen sich nicht weiterklicken oder in Photoshop bearbeiten“, so Ruisinger. „Sie sind hartnäckig, widerständig und seit Jahrhunderten gegenwärtig. Sie stehen für das, was ein Museum zum Museum macht, auch im Zeitalter der Digitalisierung: das Original.“

Die öffentliche Eröffnungsveranstaltung findet am Mittwoch, 17.Oktober 2018 um 19:00 Uhr im Deutschen Medizinhistorischen Museum in der Anatomiestraße 18 statt.