22-Jähriger soll Fahrscheinautomaten gesprengt haben


  
Das Landeskriminalamt hat eine Serie von Fahrkartenautomaten-Sprengungen geklärt.

(ir) Nach umfangreichen Ermittlungen der EG Automat des Bayerischen Landeskriminalamtes wurde am vergangenem Freitag gegen 23:00 Uhr ein dringend tatverdächtiger Mann festgenommen. Im Laufe der kriminalpolizeilichen Ermittlungen stellten die Sprengstoffexperten fest, dass ein 22-jähriger deutscher Staatsangehöriger sich an mindestens zwei Tatorten zu den mutmaßlichen Tatzeiten aufgehalten hat. Daraufhin erfolgte in enger Abstimmung mit der Ingolstädter Staatsanwaltschaft, der zuständigen Ermittlungsbehörde für die Tat in Eichstätt am Sonntag, 4. März, bei der ein Fahrdienstleiter verletzt wurde, die Festnahme des Tatverdächtigen in seiner Wohnung im Landkreis Straubing.

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Bei der Wohnungsdurchsuchung fanden die Ermittler umfangreiches Beweismaterial und Geldscheine, die Teile der Tatbeute sein könnten. Der Tatverdächtige wurde am Samstag dem Ermittlungsrichter beim Ingolstädter Amtsgericht vorgeführt. Er erließ Haftbefehl gegen mutmaßlichen Täter. Der arbeitslose 22-Jährige steht im dringenden Verdacht, seit 6. Februar 2018 insgesamt sechs Fahrkartenautomaten mit Sprengstoff gesprengt zu haben. In einem Fall wurde, wie bereits erwähnt, ein Mensch verletzt. Der gesamte Sachschaden beläuft sich auf mindestens 150.000 Euro. In allen Fällen versuchte der Verdächtige, an das in den Automaten enthaltene Bargeld zu kommen. Dabei waren die Explosionen so heftig, dass nicht nur die gesamten Automaten komplett zerstört wurden.

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Auch an den Wartehäuschen entstand jeweils erheblicher Schaden. Zur Verdeutlichung teilte das Landeskriminalamt mit, dass in einem Fall die Tür des Automaten, die immerhin 50 Kilogramm wiegt, fast 30 Meter weit geschleudert wurde. Der Tatverdächtige macht bislang keine Angaben zu den ihm vorgeworfenen Straftaten. Nach den bisherigen Ermittlungen muss allerdings davon ausgegangen werden, dass die Automaten nicht von ihm alleine gesprengt wurden. Die Ermittlungen der Ermittlungsgruppe „Automat“ des Bayerischen Landeskriminalamtes und der Ingolstädter Staatsanwaltschaft dauern an, insbesondere werden weiterhin Zeugen gesucht, die an den Tatorten und deren Umgebung verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben.

Hinweise nimmt das Bayerische Landeskriminalamt unter der Telefonnummer (0 89) 12 12-0 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.